Dienstag, 22. Oktober 2024

Durch Zentralalbanien


Nach einer neuerlich sehr kühlen (7*) Nacht am Fluss und ohne Frühstück brechen wir auf. Bei einem Ausflugslokal genehmigen wir uns einen Kaffee. Wir sitzen in der Sonne frieren aber trotzdem. Unser erster Halt ist die Kreisstadt Corovoda. 

Unweit der Stadt in einem Seitental steht eine noch sehr gut erhaltene osmanische Bogenbrücke. Die ersten Sonnenstrahlen setzen sie ins Bild.

Weiter talaufwärts halten wir wieder in Berat. In der uns schon bekannten Stadt essen wir in einem kleinen Lokal gefüllte Paprika und Burek. Ein paar Fotos und wir verlassen das Tal des Osum nun endgültig.

Wir fahren in Kucove durch. Hier war uns schon vor drei Tagen eine neuer aufwändiger Stacheldraht Verhau aufgefallen. Der von Albanien aufgelassene Militärflugplatz wurde ein NATO Flugplatz und deshalb der Zaun. 

In unmittelbarer Nähe besichtigen wir die Kirche des Hl. Nikolaus. Eine schöne orthodoxe Kirche. Der Turm der Kirche geht wahrscheinlich auf den Einfluss der Kreuzfahrer zurück. 


Über Nebenstraßen, durch schöne und interessante Landschaft fahren wir nach Bradashesh bei Elbasan. Im Tal des Devoll wurde Öl gewonnen. Nach versiegen der Quellen, blieben die Anlagen einfach stehen und bilden einen schrägen Kontrast in der Landschaft. 


Bei einem Straßenhändler versorgen wir uns noch mit Gemüse. Am Nachmittag erreichen wir unseren Stellplatz im Garten eines Hauses. Wir treffen einen in Graz lebenden Niederländer der mit dem Fahrrad von Graz nach Athen unterwegs ist. Die nette Unterhaltung bietet eine angenehme Abwechslung. Zum Abendessen kochen wir die frisch gekauften Okraschoten mit Tomate und Zwiebel. 




Sonntag, 20. Oktober 2024

Osum Canyon

 Von Berat folgen wir dem Osum ca. 50 km flussaufwärts. Die Straße ist asphaltiert aber teilweise schmal. Nach ungefähr der 1/2 der Strecke erreichen wir den Ort Polican. Abgelegen und von Arbeitslosigkeit geprägt. Von der Schließung, der in kommunistischer Zeit betriebenen Waffenindustrie in den 1990iger Jahren erholte sich der Ort am Osum nicht mehr. 

Wir erreichen Corovoda, Hauptort der Region Skrapar, am gleichnamigen Zufluss des Osum. Mir scheint der kleine Ort vital, obwohl sehr abgelegen. Eine asphaltierte Straße nach Permet im Vjosatal oder nach Korçë besteht (noch) nicht. 

Nach weiteren 10 km erreichen wir unseren Stellplatz direkt am Flussufer auf einem Kiesstreifen. Ein fantastischer Ort im Canyon. Vor und hinter uns die schmale und tiefe Schlucht. Mehrere Camper nutzen diesen Platz, trotzdem ist er sehr idyllisch und nicht vermüllt!!!

Wir genießen die Ruhe und den freien Blick auf den Osum. Leider wird es früh schattig und damit kühl. In der Nacht hatte es nur 8 Grad.

Die Gegend lädt zum Wandern und Biken ein. Ich plane eine Tour nach Potom. Keine Ahnung was mich erwartet. Die ersten Kilometer und ca. 400 hm fahre ich auf einer neuen und breiten Asphaltstraße. Die Straße endet abrupt. Was für eine Überraschung. Ich biege kurz vorher auf einen Pfad ab. Auf schwierigem Terrain geht’s zu einem kleinen Dorf hoch. Ein Brunnen, ein Umkehrplatz und verstreute Häuser. Es führt nur noch ein Wanderweg weiter. Ohne einen Menschen gesehen zu haben, kehre ich um. Am Flussufer ist lesen, planen für die nächsten Tage und kochen angesagt. 




 

Samstag, 19. Oktober 2024

Berat

Berat - die Stadt der 1000 Fenster

Der Burgberg von Berat wurde schon im 4. Jhdt vCh von Illyrern befestigt. Berat prägt eine wechselvolle Geschichte mit unterschiedlichen Herrschaften. Der Namen leitet sich vom slawischen Begiff Beligrad (weiße Stadt) ab. 


Berat gefällt uns sehr gut. Viele sehr geschmackvoll restaurierten alte Häuser, gute preiswerte Lokale und eine angenehme Atmosphäre prägen das Stadtbild.

Die Burg in Berat ist neben Kruje eine von zwei noch ständig bewohnten Burgen in Albanien. Von hier wurde der alte Handelsweg durch dasTal des Osum an einer Engstelle überwacht. In knapp 45‘ erreichen wir auf einem einsamen Weg über die Westseite den Eingang.


Die Burganlage ist riesig. Neben Wohnhäusern befinden sich noch einige sehr alte Kirchen im Burgbezirk. In der Marienkirche befindet sich das Museum Onufri, welches sich den Ikonen des berühmten albanischen Malers widmet. 

Von der roten Moschee ist leider nur noch das Minarett erhalten.

Die Burg verlassen wir über den Weg, der uns direkt in den Altstadtbezirk Mangalem führt. Auf der Terrasse eines Lokals essen wir typisch albanische Gerichte. Fergesë, Pispili, gegrillter Schafskäse und gefüllte Aubergine mit Kartoffeln aus dem Ofen. Wir sind begeistert, dass in einer touristisch geprägten Stadt, lokales Essen serviert wird.



Auf dem Rückweg lasse ich mir bei einem Berber noch die Haare schneiden. 

Freitag, 18. Oktober 2024

Apollonia

Nach einer schrecklichen von Übelkeit geprägten Nacht, verbringe ich den ganzen Donnerstag im Bett. Dagmar kümmert sich um die Wäsche und meine Fürsorge. Was meinen Zustand ausgelöst hatte, weiß ich nicht. Auf jeden Fall braucht mein Körper Erholung. Gut, dass wir einen schönen Platz haben.

Freitag, Dagmars Geburtstag. Leider bin ich noch leicht angeschlagen, aber immerhin komme ich aus dem Bett. Es wird ein einfaches Geburtstagsfrühstück. Wir beschließen aufzubrechen und das ca. 1 Fahrstunde entfernte Apollonia zu besichtigen. 

Der von Google vorgeschlagenen Weg führt uns zu einem 700 m vom Eingang entfernten Parkplatz. Bei leichtem Regen machen wir uns auf, um die römische Ausgrabungsstätte zu besichtigen.

Das Highlight der antiken Stätte ist sicherlich das Kloster mit dem sehenswertem Museum, in welchem die gefundenen Artefakte anschaulich und gut beschrieben präsentiert sind. 

Auf weitere Besichtigungen die sich in dieser Region (Myzeke) befinden, verzichten wir. Nach einem Tankstopp (ca. 1,60 €/L) steuern wir unser Ziel Berat im Tal des Osum an. Nach ca. einer Stunde Fahrzeit durch fruchtbares Agrarland (Gemüse, Oliven, Granatäpfel, Mandarinen uam) erreichen wir unseren angepeilten Campingplatz Riverside Camping Berat.


Trotz Festtag, kochen wir selbst. Griechische Nudeln mit Sardinen/Tomatensauce und lassen den Tag dann mit Kaffee und Schockolade aus der Patisserie Kalimera ausklingen. 

Mittwoch, 16. Oktober 2024

Butrint und entlang der albanischen Riviera

Die vergangene Nacht verbrachten wir auf dem Gelände eines Agrotourismus Betriebes in Mesopotam, einer Hochebene, die von der Bistrica durchflossen wird. Im Restaurant des Betriebes aßen wir und durften dafür den Parkplatz für die Übernachtung nutzen. Das Essen, gegrilltes Gemüse, Böreck und Salat schmeckte uns sehr gut. 


Am frühen Morgen brechen wir auf, damit wir um 08:00 am Tor in Butrint sind, wenn die archäologische Stätte öffnet. Leider wurde erst um 09:00 aufgesperrt. Also warteten wir. 1000 Lek (ca. 10,-€) Einritt sind auf jeden Fall gerechtfertigt. Die Anlage ist sehr gepflegt, sehr gut beschildert und sehenswert. 

Mit Butrint haben wir den südlichsten Punkt unserer Reise erreicht. Nach kurzem Stopp in Ksamil und Fahrt durch Sarandë, einem schrecklichen Badeort geht es entlang der albanische Riviera nach Norden, vorbei an Qeparo, Himare, und Dhermi. Dhermi ist ein schöner Ort, aber leider mit unansehnlichem Küstenverbau. Schlimmstes Beispiel die Hotelanlage am Strand Palase über die eine Reportage gedreht wurde. 

Von der Straße auf den Llogarapass hat man freien Blick auf die Bausünden an der Küste. Die neue Straße führt durch einen Tunnel. Wir entscheiden uns für die Fahrt über den Pass, was wir nicht bereuen. Über lange Kehren erreichen wir den auf 1000 m hoch gelegen Übergang. Die karge Vegetation der Südseite wechselt. Hinunter geht es durch dichten Wald. 



Blick aus dem Wohnmobil




Ab der Tunnelausfahrt fahren wir auf neuer Straße und erreichen bald darauf Orikum und den angepeilten Campingplatz „Bada“ direkt Meer mit eigenem Strand. 



Dienstag, 15. Oktober 2024

Syri e Kalter und She Merie in Labove e Poshtme

Auf dem Weg in Richtung Küste befinden sich im Tal des Drino noch mehrere Sehenswürdigkeiten. Unmittelbar nach Gjirokaster Richtung Süden eine osmanischen Brücke.


Weiter Richtung Süden, in der griechisch dominierten Region Dropull erklimme ich vom Dorf Goranxi aus, das aufgelassene Kloster Ravenna. Wunderschön 500 Meter über dem Drinotal gelegen, verfällt es zur Ruine. Zurück im Tal kehren wir in einem griechischen Kaffeehaus Patisserie Kalimera, auf Torte und Kaffee ein.











Weiter geht es Richtung griechische Grenze. Wir zweigen von der SH4 ab und fahren Ri Osten nach Labove e Poshtme und besichtigen die einmalig schöne griechisch orthodoxe Kirchen Shen Merie. Den Pförtner können wir telefonisch erreichen. Eine absolut sehenswerte Kirchen in einem Bergdorf, weit ab. 



Zurück auf der SH4 biegen wir 10 km vor der griechischen Grenze nach Westen ab. Wir erklimmen den Qafe e Muzine. Über eine schmale, kurvige Straße, gelangen wir zum Naturdenkmal Syri e Kalter, dem blauen Auge. Ein kleiner See der von ergiebigen unterirdischen Quellen gespeist wird. Der Ort wird intensiv touristisch genutzt, ist aber definitiv einen Besuch wert, zumal, die Kosten mit 3 € Parkgebühr und 0,5 € Eintritt sehr gering sind.






Antigoneia - Ausflug in die Antike


Von Antigoneia sind leider nur noch wenige Mauerreste erhalten. Die noch ausgegrabenen Mosaike wurden zum Schutz wieder mit Sand bedeckt.


 Die Reste einer Kirche







Auch das ist Teil der albanischen Geschichte 


Ein bewohnter Punker
Und ein leerer Punker


Nach einer sehr kalten Nacht erwartet uns Nebel am frühen Morgen. Ich überprüfe noch meine provisorische Sicherung des defekten Fahrradträge...